
@urfin: nicht nur einer – DER Leuchtturm

Es war ein komisches Gefühl, das mich auf meinem Heimweg begleitete. Dabei war alles wie immer. Nach Schulschluss ging ich zu meinem Schließfach und verstaute einige Bücher darin. Anschließend verließ ich das Gebäude und ging zur Haltestelle, um einige Stationen zu fahren und schließlich den restlichen Weg nach Hause zu Fuß anzutreten. Die Häuser standen alle an ihrem gewohnten Platz – wie sollte es auch anders sein – und auch sonst fiel mir nichts außergewöhnliches auf. Dennoch wurde das Gefühl immer stärker, je mehr ich mich meinem Zuhause näherte. Doch auch da wollte mir auf den ersten Blick nichts außergewöhnliches auffallen. Wir bekamen neue Nachbarn, aber die waren mir auch nicht neu, ich hatte sie schon einige Male gesehen, wie sie ihr neues Heim herrichteten und dafür unzählige Male über das ganze Grundstück liefen. Daran konnte es also auch nicht liegen. So versuchte ich einfach, dieses Gefühl vor der Haustür stehenzulassen (so weit das denn bei einem Gefühl möglich ist). Drinnen angekommen, herrschte Stille – wie immer um diese Zeit. Mein Bruder würde sich noch in der Schule befinden und mein Vater auf Arbeit. Wenn die beiden nach Hause kamen, würden sie wieder einen Bärenhunger haben, also überlegte ich schon einmal, was ich denn zum Essen zaubern könnte. Mitten in diesem Gedankengang klingelte das Telefon. Als ich abnahm, war mein Vater am anderen Ende: „Hallo Becca, Liebes. Ich bin es.“
„Hey Paps“
„Macht es dir etwas aus, heute mal nicht zu kochen? Ich würde uns eine Kleinigkeit mitbringen.“
„Oh, prima Idee.“, sagte ich, da ich heute ausnahmsweise mal keine Lust zum Kochen verspürte.
„Gut, dann sehen wir uns später. Bis dann.“
„Bis dann.“, doch er hatte schon aufgelegt. Warum warteten immer alle aus meiner Familie die Antwort nicht ab und legten gleich nach ihrem letzten Wort auf? Das würde ich wohl nie nachvollziehen können. Kopfschüttelnd legte ich das Telefon zurück, schnappte meinen Rucksack und ging hinauf in mein Zimmer. Jetzt hatte ich ja genügend Zeit, mich meinen Hausaufgaben zu widmen. Und das wollte ich auch sofort tun, um die aufkommende Langeweile gleich im Keim zu ersticken. So sammelte ich also meine Sachen (Bücher, Hefter, …) zusammen und stapelte alles auf einem Haufen auf meinen Schreibtisch. „Puuh. Da hätte ich wohl erstmal genug zutun.“, dass ich diesen Gedanken laut ausgesprochen hatte, fiel mir seltsamerweise erst auf, als ich mich bereits an meine Chemieaufgaben gemacht hatte. Chemie – ein Fach, das es immer wieder schafft, alle meine Gehirnströme für sich zu beanspruchen. Ich mag Chemie wirklich, nur langweilte ich mich zur Zeit schrecklich. Das gesamte jetzige Themengebiet war mir bereits bekannt, da ich es schon vor drei Jahren, während meinem letzten Jahr an der alten Schule, äußerst sorgfältig erarbeitet hatte. Somit sollten die Aufgaben nun also kein schwerwiegendes Problem für mich darstellen. Doch so wirklich konnte ich mich nicht darauf konzentrieren und malte stattdessen eine Weile die Kästchen meines Blockes aus. Meine Gedanken kreisten um alles mögliche, wie zum Beispiel dieses seltsame Gefühl auf dem Heimweg, nur nicht um Chemie. Was war das nur? Wirklich komisch. Es hat sich angefühlt, als würde mich jemand verfolgen oder zumindest beobachten. Während ich so darüber grübelte, stand ich wie ferngesteuert von meinem nigel nagel neuen Drehstuhl auf und ging zum Fenster. Ich spähte durch die Jalousien hindurch und hoffte, dass dort unten irgendetwas passieren würde. Etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Doch da war nichts. Nur dieses Gefühl von vorhin kam plötzlich wieder zurück. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, um jeden Winkel des Nachbargrundstücks abzutasten. Nichts. Es war niemand da, außer einem Jungen, der gerade über ein paar Kisten gebeugt stand. Genau in dem Augenblick in dem ich ihn wahrnahm, schaute er hinauf – in mein Fenster. Ich konnte seinen Blick förmlich auf meinen Körper prallen spüren. Etwas verdutzt, wollte ich so tun, als stünde ich gar nicht da ignorierte seinen Blick einfach, doch der Junge bewegte sein Gesicht zu einem Lächeln und winkte mir zu. Er hatte mich wohl doch gesehen. Bisher hatte ich immer gedacht, es sei unmöglich von seinem Standort aus zu sehen, was hinter meiner Jalousie vorgeht, doch da hatte ich mich wohl geirrt. Aus lauter Überraschung hob ich ebenfalls meine Hand und deutete ein Winken an. Der Junge lächelte noch immer, zwinkerte mir kurz zu und ging dann seiner Arbeit weiter nach. Verdutzt. Ja, das ist wirklich das richtige Wort. So stand ich an meinem Fenster und betrachtete den Jungen, der langsam aus meinem Sichtfeld verschwand. Das Gefühl, welches ich vor der Haustür abgestellt hatte, war wieder zurück und lies mich nicht mehr los. Was war das denn eben, fragte ich mich stirnrunzelnd. Wie konnte der Junge wissen, dass hinter meinem Fenster jemand ist und auch noch genau in diesem Augenblick zu ihm schaut? Was ist denn heute nur los? Ich kann mich überhaupt nicht konzentrieren, habe eine Art Verfolgungswahn, sehe unbekannte Leute auf dem Grundstück meiner Nachbarn herumturnen und mein Vater will heute mein Essen nicht haben. Ich warf mich auf mein Bett und blickte zur Decke. Langsam begann ich meine Gedanken zu ordnen. „Ok, Becca. Von Anfang an. Du bist heute morgen nicht zufällig mit dem falschen Fuß aufgestanden, oder? Denn, wenn doch, wäre das die ultimative Erklärung.“ Na klasse. Jetzt redete ich auch noch mit mir selbst. Dieses komische Gefühl, das kam erst auf dem Heimweg und wurde immer schlimmer, je näher ich meinem Ziel war. Würde rein theoretisch bedeuten, dass hier irgendetwas faul sein müsste. Aber was? Und wer war der Junge? Gehörte er etwa zu unseren neuen Nachbarn? Wieso konnte der mich überhaupt sehen? Das ist doch Unsinn – er KANN mich gar nicht gesehen haben. Da hat mir meine Fantasie aber einen hübschen Streich gespielt. Vielleicht war es ja eine Wunschvorstellung, dass mir heute einmal jemand ein Lächeln schenkt. Immerhin waren heute alle ein wenig missmutig in der Schule. Wahrscheinlich war das aber auch wieder viel zu weit hergeholt. Um sicherzugehen, hätte ich wohl hinauslaufen und den Jungen fragen sollen, wieso er da hinaufgeschaut hat. Aber würde der Junge überhaupt da sein? Wenn nicht, dann hätte ich mich wahrscheinlich schon vor dem Einzug meiner neuen Nachbarn in ein schräges Licht gerückt. Mit einem Kopfschütteln vertrieb ich mein Gedankenwirrwarr und beschloss, mich wieder den wichtigen Dingen zu widmen – Chemie.
Die Zeit verging wie im Fluge, bis mein Bruder und Vater nach Hause kamen. Ich schrieb gerade das letzte Wort meiner Hausarbeit, als mein Vater mich zum Essen rief. Nico saß schon in der Küche über einem Berg Nudeln und grinste mich zur Begrüßung an – sein Mund war einfach zu voll, um etwas verständliches sagen zu können. „Na, gehst du wieder deiner Lieblingsbeschäftigung nach?“, fragte ich ihn ebenfalls grinsend. Seine Antwort bestand aus einem halben Augenverleiern und Zunge rausstrecken, wobei das mit der Zunge wirklich komisch aussah, sein Mund war ja immer noch voll. Mein Vater sah uns skeptisch an, als er dazukam. Wirklich, wie die kleinen Kinder – sehen sich und lachen sich sofort kaputt. „Habe ich irgendwas verpasst?“, fragte er sicherheitshalber. Mein Bruder und ich sahen uns an, grinsten und antworteten gleichzeitig: „Nöö..“. „Na welch ein Glück.“, sagte mein Vater nun auch grinsend. Wir setzten uns zu Nico, aßen und unterhielten uns über die Geschehnisse dieses Tages. Am liebsten hätte ich ihnen von meinem Gefühl und der seltsamen Begegnung mit diesem Jungen berichtet, aber ich hielt es für besser, das noch eine Weile für mich zu behalten. Vielleicht hatte ich mir das alles ja wirklich nur eingebildet und hätte mich dann nur vor meinem Vater und meinem Bruder zum Gespött gemacht. Der Abend verging wie alle anderen auch und von dem Gefühl am Nachmittag war keine Spur mehr. Dennoch kreisten meine Gedanken noch bis ich einschlief um die Frage, wie um Himmels Willen mich dieser Jemand hatte sehen können.

Das hier wird, naja, sagen wir mal, ein Projekt. Eine Geschichte. Ja, das eher. Die Idee etwas längeres, fortlaufendes zu schreiben habe ich schon seit geraumer Zeit, doch fehlte immer die Zeit, Einfälle umzusetzen. Die fehlt immernoch
Aber ich habe mich durchgerungen doch nun mal anzufangen. Inspiration ist ein Buch, das ich kürzlich von jemandem, der mir sehr nahe steht, geschenkt bekommen habe. Namen, Orte usw. sind variabel und könnten unter Umständen von mir kurzerhand geändert werden^^ Zudem ist die Geschichte frei erfunden und noch titellos. Wenn also jemand irgendwann eine zündende Idee hat.. HER DAMIT!
genauso wie mit Kommentaren

Ach naja so dramatisch war das nun auch wieder nicht. Gut, ich habe auch nichts gesehen und gehört, weil ich meilenweit entfernt hinter einem Träger hockte, aber psst.. xD
Wir liefen da also hin. Keine Menschenseele da. Super! Und schon ging es ans Eingemachte. Während ich von oben am Suchen war, tastete mein Begleiter jeden Zentimeter von unten mit den Augen ab. Eigentlich nichts weiter komisches, wenn jemand unter einem Bauwerk hindurchgeht und sich mal die Deckenkonstruktion anschaut. Fand die Polizei anscheinend schon verwunderlich, denn nachdem sie in ihrem „Partybus“ unter mir hindurchgerauscht sind, wendeten sie und wollten sich den Tatort doch mal genauer ansehen. So ein Mist! Nun musste mein Begleiter Rede und Antwort stehen (ich habe es mir mal lieber hinter einem der Träger gemütlich gemacht). Was genau sie ihn gefragt haben, konnte er mir auch nicht sagen – hat sie nicht verstanden
Eigentlich dachten wir ja, sie würden uns da wegbeordern, weil man da wohl nicht herumklettern sollte. Dem war aber doch nicht so. Ich sollte nur nicht höher hinaus und aufpassen, dass ich nicht runterklatsche. Na super. Die hätten uns ruhig mal helfen können, schließlich war denen das Spiel nicht gerade unbekannt
Schneller als gedacht waren sie weg und wir dann auch – bevor die wieder zurückkehren..
Tzja.. die Polizei – dein Freund und Helfer .. xD

Es ist schon eine Weile her, dass ich das gezeichnet habe.. das Original ist leider verschütt gegangen :/

edit: ICH HABE ES WIEDERGEFINDET xDD
